Schutzdach Solabasilika
Die frühchristliche Kirchen- und Klosterruine aus dem 7.-9. Jhdt., benannt nach ihrem Gründer, dem angelsächsischen Mönch Sola, liegt eingeklemmt zwischen den bewaldeten Jurahöhen des Altmühltales und der Biegung des Flusslaufes in der Mitte des Ortes Solnhofen. Insgesamt wurden während der archäologischen Ausgrabungen in den 5oer und 60er Jahren fünf unterschiedlich große Kirchenbauten freigelegt, wovon die letzte aus dem 9. Jhdt., eine dreischiffige Basilika von 28,80 Metern Länge und 13,30 Meter Breite, als die eigentliche Solabasilika bezeichnet wird. Zeitgleich mit den Kirchenbauten entstanden die Bauten der Probstei, eines einfachen Klosterns, das sich nördlich der Kirche ursprünglich mit drei Ergänzungsflügeln karreeartig um einen Innenhof gruppierte. Die evangelische Kirche aus dem 18. Jahrhundert überragt heute mit ihrem Glockenturm die Silhouette des Ortes, bei deren Bau die Solabasilika, teilweise zerstört wurde. Anlass für die Erneuerung der Schutzbedachung war die schadhafte und unzureichende Überdachung aus den 70er Jahren. Der Entwurf lebt von der Idee, die Basilikareste mit einem einfachen und unprätentiöses Schutzdach zu überspannen. Die Ausdehnungen des neuen Daches entsprechen in Breite und Länge der urprünglichen Kirche, ebenso die Höhenlage. Der abgebrochene Ostflügel der Klosteranlage wird durch ein Grundrissbodenrelief aus Jurapflaster im Garten sichtbar markiert. Die eingesetzten formalen Gestaltungsmittel wurden auf ein Minimum reduziert, die Details sind deshalb einfach und unaufdringlich angelegt und sollen die Konkurrenz mit dem Exponat vermeiden.

Bauherr:
Gemeinde Solnhofen
Standort:
Ferdinand-Arauner-Straße, Solnhofen
Fertigstellung:
1997
Leistungsphasen:
1-5 nach HOAI
Fotos:
Stefan Müller-Naumann